Wassergewinnung aus Wüstenluft : erfolgreiches Projekt „Oasis“: von der „Elite“ mal wieder abgeblockt

Projekt „Oasis“: Wassergewinnung aus Wüstenluft

ein weiteres erfolgreiches Projekt – von der „Elite“ mal wieder abgeblockt

REDAKTION 14. Mai 2007, 13:25 34 POSTINGS Studierende aus Graz und Helsinki entwickelten einen Prototypen: Leistung liegt bei einem halben Liter pro Stunde Graz – Schon bald könnte eine Erfindung österreichischer und finnischer Studenten Menschen in Wüstengebieten Afrikas von Nutzen sein: Im Projekt „Oasis – water is life“ haben die Studierenden an der Technischen Universität Graz den Prototyp eines Gerätes zur Wassergewinnung gebaut, der in besonders trockenen Regionen Wasser aus der Luftfeuchtigkeit filtert. Das besondere des Projekts seien die Tatsache, dass es „ausschließlich von Studierenden erarbeitet wurde, die Interdisziplinarität sowie die Finanzierung durch einschlägige Industrie“, so TU-Rektor Hans Sünkel bei der Präsentation des Prototypen am Donnerstag. Elf Studierende verschiedener Disziplinen der Karl-Franzens-Universität, der TU Graz und der Technischen Universität in Helsinki entwickelten in den vergangenen acht Monaten das Gerät mit einem Budget von rund 7.500 Euro, das Philips Klagenfurt zur Verfügung gestellt hat. Ein halber Liter pro Stunde Der funktionstüchtige Prototyp ist auf die widrigen Umstände im afrikanischen Tansania ausgelegt. Dort leben rund 39 Millionen Menschen mit einer ständigen Wasserknappheit. Das entwickelte Gerät schafft es, mittels Kondensationsprinzip innerhalb einer Stunde rund einen halben Liter trinkbares Wasser allein aus der Luftfeuchtigkeit zu gewinnen. Betrieben wird autark mit Solarenergie. Laut Projektmanagerin Gabriele Schmied läuft die Maschine fünf bis sieben Jahre wartungsfrei. Rund 4.600 Arbeitsstunden wurden in den Prototyp investiert – was nun weiter damit passiere, liege bei Philips, die das Gerät ihr Eigen nennen dürfe, so Schmied. Die ursprüngliche Idee für das Projekt kommt aus Finnland: Initiator Mario Fallast verbrachte dort sein Auslandssemester und lernte an der Technischen Universität in Helsinki die Projektstruktur mit der Finanzierung aus der Wirtschaft kennen. Der Student brachte das Konzept nach Graz und startete „Oasis“ als Pilotprojekt. In den kommenden Jahren sollen weitere „Product innovation projects“ in Kooperation mit Unternehmen folgen. (APA) Links TU Graz: „Wasser für die Wüste: Studierende präsentieren Gerät zur Wassergewinnung“ „product innovation project“ BILD NICHT MEHR VERFÜGBAR Feedback Artikel drucken Share if you care.derStandard.at/Wissenschaft auf Facebook Newsletter abonnieren 1 bis 25 Alle Postings (34) neueste Gabriele Schmied – project manager OASIS 7. Mai 2007, 20:42:09 technische Daten Sogar unter schlechten Bedingungen in Tansania (wir stützten alle unsere Analysen auf Daten aus Tansania) und das bedeutet 30 Grad und 30 % Luftfeuchtigkeit kann das Gerät mindestens einen halben Liter Wasser pro Stunde erzeugen. Unter besten Bedingungen sogar 2-3 Liter. Die elektrische Leistung bei Wahl der optimalen Kühlkomponenten liegt bei 600 Watt. antworten Sehr lesenswertNicht lesenswert Posting melden Posting teilen – derstandard.at/2866932/Projekt-Oasis-Wassergewinnung-aus-Wuestenluft

 

Wasser für die Wüste:
Studierende präsentieren Gerät zur Wassergewinnung

Wasser ist Leben. Fehlt dieses wichtige Element, kämpfen die Menschen um ihre Existenz. Ein interdisziplinäres Team aus Studierenden aus Graz und Helsinki hat im Rahmen des Projektes „oasis – water is life“ ein Gerät entwickelt, das es möglich machen soll, in Wüstengegenden Trinkwasser aus der Luft zu gewinnen. Oasis ist die erste Initiative im Rahmen des „product innovation project“, organisiert am Institut für Industrietriebslehre und Innovationsforschung der TU Graz, bei dem Studierende gemeinsam mit namhaften Industriepartnern Praxiserfahrung mit höchster Anwendungsrelevanz sammeln.

Das Konzept kommt aus Finnland, die Idee dabei ist einfach: Studierende verschiedener Disziplinen und Universitäten in mehreren Ländern arbeiten gemeinsam an einer Aufgabe. Ziel ist – unterstützt von einem namhaften Industriepartner – im Team einen funktionierenden Prototypen zu bauen. Der Maschinenbau-Wirtschaft-Studierende Mario Fallast brachte den Gedanken von seinem Auslandsstudium an der Helsinki University of Technology mit an die TU Graz. In seiner Diplomarbeit stellte er Überlegungen an, wie sich eine solche Initiative in Graz realisieren lässt – das „product innovation project“ war geboren.

Tätigkeit jenseits der Schreibtischkante

„Die Projektidee bringt für die Studierenden wichtiges Training für verschiedene Aspekte, die im Arbeitsleben zählen: Sie lernen über den eigenen Tellerrand hinauszublicken und in einem interdisziplinären, länderübergreifenden Team gemeinsam eine Lösung zu erarbeiten“, zeigt sich TU-Rektor Hans Sünkel begeistert. „Wir sind auf diese und andere Initiativen unserer Studierenden sehr stolz, da sie alle mit viel Engagement, Kreativität und Zielstrebigkeit stattfinden.“ An der TU Graz sind etwa auch der siegreiche Studierendenrennstall „TU Graz Racing Team“ sowie vier der fünf österreichischen Robocup-Teams, kürzlich beim RoboCup, den „Europameisterschaften“ im Roboterfußball teilgenommen haben, beheimatet.

„Für einen erfolgreichen Berufseinstieg sind weit mehr Qualifikationen als das reine Fachwissen gefragt. Die Arbeitsplätze von heute enden nicht an der Schreibtischkante, interkulturelle Erfahrung und Kompetenz in der Kommunikation sind wesentliche Erfolgsfaktoren“, erklärt Projekt-Initiator Mario Fallast. „Die Idee einer interdisziplinären Lehrveranstaltung, in der Studierende mehrerer Universitäten in mehreren Ländern ein Team bilden und gemeinsam ein Produkt entwickeln, hat mich von Beginn an fasziniert“, so Fallast, der am Institut für Industriebetriebslehre und Innovationsforschung der TU Graz als Studienassistent tätig ist.

Oase für die Armen

Das Pilotprojekt im Rahmen des „product innovation project“ heißt „oasis – water is life“. Ein Studienjahr lang entwickelten elf Studierende aus fünf verschiedenen Disziplinen ein Gerät zur Wassergewinnung in Wüstengebieten. „Ziel war es nicht nur ein schlüssiges Produktkonzept zu erstellen, sondern einen funktionierenden Prototypen zu bauen“, erklärt Fallast. Die Studierenden kamen aus den Bereichen Maschinenbau, Verfahrenstechnik, Telematik, Betriebswirtschaftslehre und Architektur von TU Graz, Karl-Franzens-Universität Graz und Helsinki University of Technology und wurden dort von verschiedenen Instituten betreut. Die finanzielle Unterstützung steuerte das Center of Competence von Philips in Klagenfurt bei.

Im ostafrikanischen Tanzania leben rund 39 Millionen Menschen konfrontiert mit Problemen wie Arbeitslosigkeit, Armut und fehlendem Trinkwasser. Gemeinsam mit einer Team-Kollegin war Projektmanagerin Schmied vor Start der Initiative vor Ort und erkundete die Bedingungen. „Es hat uns erschüttert, dass laut Weltgesundheitsorganisation WHO mehr als die Hälfte der Menschen in Afrika keinen Zugang zu Trinkwasser haben“, berichtet Schmied. „Daher haben wir gerne die Projektidee des Center of Competence von Philips in Klagenfurt aufgegriffen“, so Schmied, die an der Karl-Franzens-Universität BWL studiert.

Wasser aus der Luft

In Wüstengegenden, wo es kein Wasser gibt, ist auch elektrische Energie Mangelware. Die Studierenden konzipierten ihr Gerät daher energietechnisch völlig unabhängig: Die notwendige Energie kommt aus der Kraft der Sonne über Solarzellen und wird gespeichert. Der erzeugte Strom betreibt ein Kühlaggregat. Die Luftfeuchtigkeit kondensiert an den Kühlrippen des Prototypen, wird gesammelt und rinnt von dort in ein Behältnis. Das Prinzip ist einfach, aber gut und funktioniert am besten in der Nacht: Denn dann ist die relative Luftfeuchtigkeit auch in Wüstengegenden deutlich höher als am Tag.

Wichtig in der Entwicklung war, dass das Produkt auch für Menschen mit wenig technischem Know-how möglichst einfach zu bedienen ist. Weiteres Kriterium war ein wartungsfreies Gerät zu schaffen, da in Wüstengegenden bereits einfache Reparaturen zum Problem werden können. „Wir alle haben von der Möglichkeit in einem interdisziplinären Studierendenprojekt mit hohem Praxisbezug und gleichzeitig großer sozialer Relevanz mitzuarbeiten, sehr profitiert. Ich bin überzeugt, dass diese Projektarbeit für mich und meine Teamkollegen nicht nur einen wichtigen Beitrag für den späteren Berufseinstieg, sondern auch wertvolle Erfahrungen für die gesamte Persönlichkeitsentwicklung gebracht hat“, resümiert Teamchefin Schmied. Die erfolgreiche Initiative soll daher auch im nächsten Jahr weiter geführt werden.

Bildmaterial bei Nennung der Quelle TU Graz/Lunghammer honorarfrei 
http://www.presse.tugraz.at/webgalleryBDR/data/Oasis/index.htm

Weitere Informationen zum Projekt:
http://www.productinnovation.tugraz.at

Rückfragen:
Rückfragen:
Gabriele Schmied
Projektmanagerin „oasis – water is life“
Email: schmiega@stud.uni-graz.at
Mobil: 0664 418 59 55

Mario Fallast
Initiator „product innovation project“
Email: mario.fallast@tugraz.at
Mobil: 0664 333 23 55